Physiker entdecken fraktale Strukturen in Literatur

Dass Sprache hochgradige Komplexität erreichen kann, ist eine triviale Einsicht – nun wurden aber in der Fachzeitschrift Information Sciences Forschungsergebnisse über die sprachlichen Komplexitätsgrade literarischer Werke publiziert. Nachdem sich Physiker des Krakauer Institut für Nuklearphysik  bei der Erforschung von Komplexität Daten aus Hirnforschung, Natur und Finanzmarkt analysiert haben, nahmen sie sich zuletzt 113 Texte aus dem Kanon der Weltliteratur vor, um deren Struktur zu untersuchen. Bei dieser Studie spielte vor allem die unterschiedliche Länge von Sätzen eine Rolle. Hier fanden die Forscher selbstähnliche Strukturen, wie sie beispielsweise in Fraktalen wie der Mandelbrot-Menge vorkommen.

Ein Artikel zu dieser Studie publizierte die Neue Zürcher Zeitung unter dem Titel Was Literatur mit Blumenkohl zu tun hat

Ludwig Wittgenstein – Die Vorstadt unserer Sprache

– Emanzipation der Neologismen ? –

Über Wortneuschöpfungen ausgehend von Wittgensteins Stadtmetaphorik der Sprache. Ist dieses Bild in unsere Zeit übertragbar?

„Jener philosophische Begriff der Bedeutung ist in einer primitiven Vorstellung von der Art und Weise, wie die Sprache funktioniert, zu Hause. Man kann aber auch sagen, es sei die Vorstellung einer primitiveren Sprache als der unsern:
Denken wir uns eine Sprache, für die die Beschreibung, wie Augustinus sie gegeben hat, stimmt: Die Sprache soll der Verständigung eines
Bauenden A mit einem Gehilfen B dienen. A führt einen Bau auf aus Bausteinen; es sind Würfel, Säulen, Platten und Balken vorhanden. B hat ihm die Bausteine zuzureichen, und zwar nach der Reihe, wie A sie braucht. Zu dem Zweck bedienen sie sich einer Sprache, bestehend aus den Wörtern: »Würfel«, »Säule«, »Platte«, »Balken«. A ruft sie aus; – B bringt den Stein, den er gelernt hat, auf diesen Ruf zu bringen. -Fasse dies als vollständige primitive Sprache auf.“ (Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. Teil 1, Nr. 2)

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NMZS – Selbstportrait

Dies ist ein Auszug aus meiner Modulabschlussarbeit im Vertiefungsmodul Musik & Text, entstanden im Sommer 2014.

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Und hier ist der Download Link zur PDF Datei:

Download Auszug von NMZS Selbstportrait

„We’re w8ting 4…“

Sophia le Fraga wartet im Chatroom auf Godot

Zwei Menschen treffen sich im Internet. Wie sie hierher gekommen sind, weiss niemand. Was sie antreibt, einen Chat-Dialog zu beginnen, bleibt ebenfalls im Dunklen. Es gibt kein konkretes Anliegen, keine auszumachende Verabredung, keine Fragen und keine Antworten. Was übrig bleibt, ist das Feiern der  puren Existenz in reiner Textform: „We’ll  have to celeb8 this being together at last.“

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„NPR – Voice“

Modernes Kontrollsystem, oder nur ein Modetrend?

Wer Orwells „1984“ gelesen hat, kennt den Begriff: Neusprech – Ein Sprachsystem, das drastisch vereinfachtes Vokabular verwendet, um das Denken der Menschen zu steuern und sogenannten „Gedankenverbrechen“ vorzubeugen. Allgemeiner verstanden also eine Sprache, die den Menschen gezielt in eine Richtung lenkt, oder vielleicht auch eine bestimmte Reaktion auslösen möchte.

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Neues vom Kulturimperialismus

„First things first, I’m the realest“
(Iggy Azalea)

Das Wissen um traditionelle Kulturtechniken und dessen Träger sind Objekte der Aneignung und Ausbeutung symbolischen Kapitals.

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Verhexikon I

Innerer Monolog

 

Verhexikon II

Pataphysik

Warnung: Verwenden Sie Pataphysik nicht in Anwesenheit!

Bevor Sie Pataphysik in Betrieb nehmen, stellen Sie sicher, dass Sie alle vorbereitenden Maßnahmen, dazu zählen Kenntnisse der Philosophie und der Wissenschaftstheorie, befolgt haben, ansonsten kann es zu Fehldeutungen kommen. Nachdem Sie das Verhältnis von Metaphysik und Physik verstanden haben, übertragen Sie dieses Konzept auf Pataphysik und Metaphysik. Beachten Sie auch, dass Absurditäten und Parodien auf Unverständnis stoßen können. Am besten funktioniert die Anwendung der Pataphysik in literarischen und intellektuellen Kreisen, andernorts kann es zu kommunikativen Komplikationen kommen. Wenden Sie sich im Störfall an Ihren Hersteller Alfred Jarry.

Viel Spaß mit Pataphysik, wünscht Ihnen Ihr Hersteller Alfred Jarry.

Verhexikon III

Dinggedicht

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Verhexikon IV: Onomatopöie

Kennen Sie das? Sie berichten Ihren Freunden gerade von einem lustigen Geschehen, doch irgendwie kommt es nicht so richtig an? Oder Ihnen hört kaum jemand zu? Sie werden als prüde und steif angesehen?

Wenn Sie sich in diesem Moment angesprochen fühlen dann haben WIR genau das richtige für SIE !!!
Schluss mit öden Floskeln und Phrasen, Onomatopöie verhilft Ihnen zu einem neuen Sprachgefühl und gibt Ihnen den Pepp den Sie brauchen.

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„Die Stimmen der Dinge“

Die Bar als Hörspielort

Dürstendes Winken gen Barmann, ein Lächeln an den hübschen Menschen drei Hocker weiter, und gedimmte Lichter erzählen von einer Welt, in der Routinen und Daytime-Jobs verblassen. Sind die da hinten überhaupt schon 18? Warum hat dieser Typ eine Jogginghose an und wieso finde ich die so geil?

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Der Sprach- und Textkünstler Anne-James Chaton

„Pop is dead,  Pop is dead,  Pop is dead,  Pop is dead,  Pop is dead,  Pop is dead,  Pop is dead.“ *

Was auf den ersten Blick redundante Wiederholung zu sein scheint, kann oder muss auch als Rhythmus aufgefasst werden. Zumindest veranlasst Anne-James Chaton, französischer Sprach- und Textkünstler, zu dieser Einsicht, dass Wörter eben immer auch Rhythmus sind, Sprache immer auch Klang ist.

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Die Platte Nothing Here But The Recordings von William S. Burroughs

„Virtually all of Burroughs ́s writing was done when he was high on something“-
wer Burroughs ́ Biographie nachvollziehen möchte, kann dies mittels weniger Klicks tun
- und stößt dabei bald auf seine verschiedenen Wege der Intoxikation.

Was ist nötig, um eine künstlerische Äußerung eines Musikers, Schriftstellers, Malers etc.
zu empfinden, anstatt zu versuchen, zu verstehen, wo es kein Verstehen gibt?

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Regenwaldgeräusche als Wille und Vorstellung

Folkways Records war eines der wichtigsten und grössten unabhängigen Plattenlabels, welches ab den späten 1940er Jahren frühen Jazz, ethnomusikalische Recherchen und eben Folk-Music veröffentlichte. Auch unzählige Sprach- und Literaturschallplatten sowie Alben mit allen möglichen Geräuschen wurden herausgegeben, denn es war das erklärte Ziel des Labels, die gesamte akustische Welt zu dokumentieren; O-Töne von Satelliten, Müllhalden, Büros und sogar eine Platte mit Geräuschen aus einem Operationssaal wurde veröffentlicht.

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Soundclown- Comedy der Musik?

Soundcloud? Soundclown? Loud sound? Mal schau’n…

So viel zu meinen ersten Assoziationen, als ich von dem Begriff Soundclown hörte.
Dieser Begriff als solches ist mir bisher so nicht unter die Ohren gekommen und doch klingt er nicht fremd. Trennt man diese Wortkonstruktion auf, so ergeben sich die Begriffe Sound und Clown.
Sound: Ein Begriff mit dem wir alle Arten von Klänge und erzeugten Tönen benennen.
Clown: Eine Figur aus dem Zirkusbereich welche die Leute mit lustigen Inszenierungen zum Lachen bringen soll.

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Monster Poems

Zum Gedichtsband von Nora Gomringer

Schauderhaftes Säuseln, das Nora Gomringers Stimme so eindringlich zu durchdringen vermag, dass man regungslos den Worten lauscht. Kalt. Unsichtbarer Schrecken macht sich breit. Wie die Monster in ihren Gedichten. Schließlich dreht sich in ihrem ersten monothematischen Buch (mit begleitender Audio CD) „Monster Poems“ alles um eben diese.

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„Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ von Kleist bis Warhol und zurück

Als Dramatiker, Lyriker und Schriftsteller verfasste Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist (*1777) zahlreiche Werke. Dazu gehört auch sein Brief „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“, den er an Otto August Rühle von Lilienstern verfasste.
Darin geht es um die Methode, seine Gedanken durch ein lautes Aussprechen neu strukturieren zu können. Komme man mit Meditation nicht weiter, so solle man mit dem nächstbesten Bekannten über seine Gedankengänge sprechen.

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„Unknown Pleasures“ vs. „Closer“

Die zwei Joy Division-Meilensteine im Vergleich

Ian Curtis, Bernard Sumner, Peter Hook und Stephen Morris aus Manchester prägten die bis heute nachhallende Post-Punk-Bewegung wohl nachhaltiger als jede andere Band – und das mit nur zwei Studioalben. Die beim legendären Label Factory Records veröffentlichten Werke „Unknown Pleasures“ und „Closer“ gelten als Hauptwerke des Genres.

Gerade mal 13 Monate trennen die Veröffentlichungstermine beider Platten. Es sollten die zwei größten Relikte einer rasanten Karriere werden, die mit dem Freitod von Sänger Ian Curtis bereits 1980 ein jähes Ende nahm.

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„Everyone comes out in repeating“

Symptome und Folgen der Repetition eruiert anhand des Stilmittels Gertrude Steins

„Repeating then is in every one, in every one their being and their feeling and their way of realizing everything and every one comes out of them in repeating. More and more then every one comes to be clear to some one.“

Als hätte sie es bereits vorausgeahnt und wollte den späteren Kritiken ihres literarischen Werkes den Wind aus den Segeln nehmen spricht Gertrude Stein bereits im ersten Abschnitt des Auszugs aus ihrem Werk „Making of Americans“ eine Erklärung, fast schon eine Art Rechtfertigung über die Eigenart ihres Stilmittels aus: „ Slowly every one in continous repeating, to their minutest variation, comes to be clearer to some one.“

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Hat der Soul seine Seele verkauft?

Wandlung der Zeit

Im Kölner Stadt Anzeiger erschien am 13. Januar 1968 ein Zeitungsartikel mit der Überschrift „Sie verkaufen ihre Seele“ von Gordon Mannsfeld. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Genre Soul, der zu dieser Zeit von Amerika über England und Frankreich nach Deutschland schwappte. ->Link zum Zeitungsartikel

„Religiös, aber nicht Religion, Spiritual und Gospel, aber nicht geistlich, keineswegs Kanzelmusik – aber dem guten alten Blues auf die Finger geschaut“, so wird der Jazzexperte Jens-Joachim Jensen in dem Artikel zum Thema Soul zitiert.

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